Zurück zu MAMP?

Vor ein paar Jahren habe ich PHP-Skripte auf meinem Mac unter MAMP entwickelt. Irgendwann war ich nicht mehr zufrieden damit… ich weiß es nicht mehr genau, aber ich glaube, was mich am meisten gestört hat, war die ständige Abfrage des Admin-Passworts, wenn man MAMP gestartet oder beendet hat. Außerdem missfiel mir, dass die Webseiten im Unterverzeichnis des MAMP-Programmordners abgelegt wurden – da haben sie nun wirklich nichts verloren.

Danach habe ich eine Weile mit den PHP- und MySQL-Ports von entropy.ch gearbeitet, doch die wurden irgendwann nicht mehr weiterentwickelt (und mittlerweile scheint die Site ganz aus dem Web verschwunden zu sein).

Für ein paar Jahre war ich dann mit der in OS X »eingebauten« PHP-Version sowie dem direkt von der Herstellersite runtergeladenen MySQL glücklich… und vor ein paar Tagen habe ich nun wieder MAMP installiert.

Warum denn das?

Vor allem war ich es leid, mit einer älteren PHP-Version arbeiten zu müssen. Ein Update bekommt man nämlich nur mit einer neuen Version von OS X – oder man muss selbst Hand anlegen, und das heißt: Quellcode runterladen, kompilieren usw.
Das war mir stets zu aufwendig. Vor allem zu lernen, wie das geht, ohne die bestehende PHP-Installation hoffnungslos zu zerschießen. Darüber hinaus hat Apple die Angewohnheit, PHP stets ohne die von mir dringend benötigte mcrypt-Library auszuliefern. Es gibt zwar für jede OS-X-Version Anleitungen, wie man mcrypt nachträglich »einarbeitet« (s. z.B. auf michaelgracie.com), aber irgendwann nervt es einfach, dass Apple hartnäckig auf diese Library verzichten.

Und als ich dann festgestellt habe, dass mit PHP 5.4 und 5.5 einige neue Sachen eingeführt wurden, die mit nützlich erschienen und die ich unter Snow Leopard (ja, ich weiß, diese OS X Version ist veraltet) nicht nutzen konnte, war es Zeit, mal wieder einen Blick auf MAMP zu werfen.

mamp.icon

Der Zufall wollte es, dass kurz vor meinem Besuch auf mamp.info die neue Version 3 erschienen war. Runtergeladen, in den Programme-Ordner geworfen, gestartet – gut, läuft erstmal. Aber dass es läuft, heißt ja erstmal nicht, dass ich auch gut damit arbeiten kann. Per Default ist es nämlich immer noch so, dass die Websites im MAMP-Programmordner gesichert werden sollen.

Mittlerweile kann man das zwar in den MAMP-Voreinstellungen ändern – aber das hat mir nicht gereicht. Denn in den Jahren meiner Arbeit mit anderen Systemen hatte ich mir jede Menge virtuelle Hosts angelegt, und nun war die Frage, ob MAMP die auch korrekt übernehmen würde. Also habe ich die Datei
/private/etc/apache2/extra/httpd-vhosts.conf
mal ganz frech rüberkopiert nach
/Applications/MAMP/conf/apache/extra/httpd-vhosts.conf
… ein globales Suchen/Ersetzen drübergejagt, um die diversen <VirtualHost *:80> Einträge umzuwandeln in <VirtualHost *:8888> (das ist der Standard-Port in MAMP). MAMPs httpd.conf habe ich in diesem Zuge auch noch angefasst, um auch dort das »fancy directory listing« zur Verfügung zu haben, was ich oft sehr nützlich finde. Anschließend habe ich MAMP beendet und neugestartet und … siehe da, es funktioniert!
Ich konnte alle meine virtuellen Hosts im Browser aufrufen!

Ja, und vor allem hatte ich somit PHP 5.5.10 zur Verfügung, komplett mit mcrypt. Der nächste Schritt war nun, die ganzen Datenbanken, die ich im »alten« MySQL angelegt hatte, nach MAMP zu transferieren. Auch das hat problemlos geklappt – einfach per Export aus dem alten System und Import in MAMP; zum Exportieren habe ich den MySQL Administrator genommen, den Vorgänger der MySQL Workbench (welche MAMP übrigens beiliegt), zum Importieren kam phpMyAdmin zum Einsatz.
(Hinweis: Ich hätte auch beide Aufgaben mit phpMyAdmin erledigen können, ich wollte aber nicht alle Datenbanken übernehmen, sondern alten Test-Kram dabei rausschmeißen, und das Auswählen der benötigten DBs erschien mir im Administrator leichter und übersichtlicher.)

Nachdem das alles lief, musste ich nur noch die lästige MAMP-typische Port-Angabe in den URLs des Entwicklungssystems loswerden (z.B. http://localhost:8888/beispiel.php). Also habe ich den alten Apache und das alte MySQL abgeschaltet, im MAMP-Programm die Option »Apache- & MySQL-Ports auf 80 & 3306 setzen« gewählt; anschließend wurde die httpd-vhosts.conf noch einmal editiert – fertig.
Und immer noch kein Problem. :-)

Das Ganze läuft nun seit einigen Tagen rund, so dass ich schon ziemlich sicher bin, dauerhaft auf MAMP umzusteigen. Die Admin-Passwort-Abfrage kommt zwar immer noch, aber nunja… das gebe ich einmal morgens beim Rechnerstart und einmal abends beim Ausschalten ein. Was soll’s?

Und ja, in Kürze werde ich auch die 14-tätige Testperiode von MAMP PRO starten. Wenn mit das alles so zusagt wie das MAMP ohne »PRO«, dann sind mir auch die € 39 nicht zuviel.

Update 14.3.2014:
Den Wechsel auf MAMP PRO habe ich vorerst zurückgestellt. Diese Version hat zwar eine schöne grafische Oberfläche zum Bearbeiten der virtuellen Hosts – aber leider ist es mir nicht gelungen, die bestehenden virtuellen Hosts zu importieren. Und ich habe keine Lust, über 40 von denen von Hand neu einzustellen, selbst wenn die Oberfläche dafür noch so schön ist.
Sollte ich irgendwann herausfinden, wie das geht, starte ich vielleicht einen neuen Versuch…

Außerdem habe ich mir auch mal XAMPP angesehen. Das hat nicht funktioniert, was liegt aber wahrscheinlich daran liegt, dass ich noch Reste einer alten Installation auf der Platte hatte. Wahrscheinlich werde ich das mal komplett entfernen und es dann mit einer »frischen« Installation versuchen. Bis dahin bleibe ich bei der freien MAMP-Version.

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